Orte
Orte Teil 1 – Musik
Ein Ort ist wie Musik. Jeder Ort hat seinen eigenen Rhythmus, seine eigene Melodie. Wer sie hören kann, ist reich beschenkt. Aber um sie zu hören, muss man ganz stille werden und in sich hinein horchen …
Orte Teil 2 – Orte der Gesundheit
Der Mensch braucht Orte, an denen er mit der Erde in Verbindung treten kann, denn diese Verbindung zum Urtümlichen, zur Basis allen Lebens, ist wichtig für die Gesundheit des Menschen; nicht nur in physischer, sondern auch für die seelische, geistige und spirituelle Gesundheit. Der Mensch hat vergessen, dass Orte wichtig für das Leben sind. Aber die Erde hat den Menschen nicht vergessen. Nach wie vor hält sie bereitwillig ihre Kräfte und somit ihre Orte für uns zur Verfügung.
Orte Teil 3 – Orte der Identität
Der erste Ort unseres Lebens ist die Familie, in die wir hineingeboren werden und das Land mit seiner Kultur, seinem Brauchtum, seiner Beschaffenheit und seiner Energie. Es prägt uns und es führt uns zu einer Identität. Es trägt die Wurzeln unseres irdischen Seins. Das Land, die Stadt, das Dorf, das Haus und auch der Acker, auf dem das Korn wächst und geerntet wird, ist ein Ort. Ein Ort bezieht sich auf einen Raum, eine Stelle, der das Gepräge eines energetischen Areals wiedergibt.
Orte Teil 4 – Orte der Kraft
Unbewusst suchen sich die Menschen diese Orte: Der Lieblingssessel im Wohnzimmer, der Lieblingsplatz im Restaurant, die Lieblingsbank im Park. Teenager treffen sich an immer gleichen Plätzen, Ausflügler suchen immer die gleichen Stellen in der Natur auf, um zu rasten oder sogar zu picknicken. Auch Bäume laden dazu ein, unter ihnen Platz zu nehmen. Sie bündeln Energien auf ganz spezielle Weise und werden so zum Ort. Die Menschen haben diese Energie immer schon gespürt und sie zu besonderen Orten gemacht. Viele Dörfer hatten ihre Tanzlinde oder Gerichtseiche. Bäume laden dazu ein, sich unter sie zu setzen und dieses Geschenk der Kraft anzunehmen. Sie verdienen es, dass wir ihnen mit Achtung und Respekt begegnen.
Orte Teil 5 – Orte der Seele
Halten wir kurz inne und wenden uns unserem Zuhause zu. Wie wir unsere Räume gestalten entscheidet über die Qualität des Ortes. Der Tisch an dem wir unsere Mahlzeiten einnehmen ist ein Ort. Er verdient es, gesäubert, geordnet und hübsch dekoriert zu werden. All dies verstärkt die positive Energie dieses besonderen Ortes. Sich gemeinsam um einen Tisch zu sammeln, gemeinsam zu essen, ist die Schaffung eines Ortes, eines Rituals, das das Band der Zugehörigkeit flechtet und uns eine Identität vermittelt.
Es ist Zeit, dass wir uns daran erinnern, dass wir eine Familie sind und haben. Orte werden zerstört durch Zerrissenheit und Spaltung. Wäre der Mensch eins mit der ihm umgebenden Welt, käme er nicht auf die Idee, sie zu vermüllen, zu vergiften und Menschen und Tieren ein Leid zuzufügen.
Orte Teil 6 – Orte der Besinnung
Ein Ort ist ein Platz, der die Energien bündelt und das Gespaltene eint. Wir brauchen Orte der Einung. Die Besinnung auf die Familie und ihre Bedürfnisse, auf unsere Herkunft, auf die Natur, auf Schönheit und tiefere Werte. Das lässt uns gesunden. Wir können einen Ort erwecken, indem wir ihn beleben mit Respekt und Achtung vor unseren Mitgeschöpfen. Unsere Vorfahren haben Stätten errichtet, die spezielle Orte markieren, zum Beispiel Steinkreise und Tempelbauten, um das Leben zu würdigen und um zu demonstrieren, dass sie spirituelle Wesen sind.
Orte Teil 7 – Orte der Empfindungsfähigkeit
In wahrer tiefer Spiritualität liegt der Grundstein für Frieden und Toleranz, und nicht zuletzt in der Empfindungsfähigkeit. Empfindungsfähigkeit ist ein mächtiger „Ort“, der fruchtbaren Boden bietet für die Genesung unserer Welt. Eine tiefe Empfindungsfähigkeit lässt keine Oberflächlichkeit zu. Es veranlasst uns zur Achtsamkeit und es erlaubt uns die Schönheit in allem zu erkennen. Wir können uns auf das Lebendige einlassen.
Orte Teil 8 - Orte der Zuneigung
Zuletzt möchte ich John O’Donohoe zitieren: „… uns kommt nie die Frage in den Sinn, wie die Erde wohl uns wahrnimmt. Könnte es nicht sein, dass ein Ort tiefe Zuneigung zu den Menschen empfindet, die an ihm leben …
… Wäre es denkbar, dass eine Landschaft mit Ihnen befreundet ist? Dass sie Ihre Gegenwart spürt und die Achtsamkeit, mit der Sie ihr begegnen?“
Was für Fragen! – Fühlen wir uns also angenommen von dem Ort an dem wir uns gerade befinden. Geben wir ihm alles zurück, idem wir ihn mit Schönheit, Freude und Respekt füllen.
Helga Aldinger
Eure Grünprimel